Director’s Cut

Irgend­wie hatte ich schon län­ger das Gefühl, dass sich hier etwas tun muss. Besu­cher sind rar. Feed­back ver­schwin­dend gering. Kom­men­tare blie­ben aus.

Woran das liegt, ist schwer fest­zu­stel­len. Eben man­gels Feed­back. Wenn mir wenigs­tens jemand sagen würde, dass es scheisse ist, was ich hier tue, dann wäre das schon­mal was. Aber noch nicht mal das.

Naja, auf jeden Fall habe ich die Gele­gen­heit genutzt hier (mal wie­der) ordent­lich neu zu gestal­ten. Und vor allem den Fokus anders zu set­zen: Hier wird in Zukunft wie­der mehr Wert auf’s Blog­gen gelegt.

Aber: nicht mehr ein­fach nur drauf los. Die Qua­li­tät der Inhalte soll sich wesent­lich ver­bes­sern. Da ich sowieso nur gele­gent­lich blogge, kann und möchte ich in den ein­zel­nen Bei­trag auch mehr Zeit inves­tie­ren.
Und: dem Inhalt ent­spre­chend soll auch das Artikel-Layout mehr Qua­li­tät bekommen.

Das Ganze nennt sich “Art Direc­ted Blog­ging” und ist wohl — naja — ein gewis­ser Trend, der vor­nehm­lich in den USA (wie sollte es anders sein) mehr ver­brei­tet ist bis­her, als hier in Deutschland.

Der Zünd­funke dazu kam u.a. von Mar­cel “Uarrr” Wich­mann, der vor kur­zem sei­nen Blog eben­falls auf “Art Direc­tion” umge­stellt hat. Den­noch liegt es eigent­lich nahe, ein­zelne Arti­kel völ­lig anders zu gestal­ten, als es dem “nor­ma­len” Lay­out des Blogs entspricht.

Diverse Blog­ger machen es bereits eine Zeit­lang und für meine Begriffe, ist es eine span­nende und inter­es­sante Sache. So wird jeder Blog­ein­trag ein­zig­ar­tig und es lohnt sich mehr dort öfter vor­bei zuschauen.

Doch genug der blas­sen Worte, lasst mich kurz erläu­tern worum es geht.

Art Direc­ted Blogging

Das wesent­li­che Ziel von Art Direc­ted Blog­ging ist es, die Mög­lich­keit zu haben (und zu nut­zen) jedem Arti­kel ein indi­vi­du­el­les Lay­out zu verpassen.

Was erst ein­mal nach gro­ßem Auf­wand und viel Arbeit klingt, ist im Grunde aber recht ein­fach zu hand­ha­ben. Natür­lich sollte das Blog­t­hema auf Art Direc­tion ein­ge­stellt sein. D.h. die Grund­struk­tur des The­mes wird so ange­legt, dass man mög­lichst viele Frei­heits­grade bei der (Um-)Gestaltung des “nor­ma­len” Lay­outs hat.
Bei Word­Press — wel­ches auch ich als Blogging-System ver­wende — ist dies auf unter­schied­li­che Arten möglich.

Beson­ders effek­tiv ist die Ver­wen­dung von “Custom Fields”. Mit des­sen Hilfe las­sen sich u.a. CSS-Definitionen pro­blem­los auf das Lay­out anwen­den. Vor­aus­set­zung dabei ist jedoch, dass man das Theme so anpasst, dass man die Custom Fields aus­le­sen und ver­wen­den kann.

Ein­fa­cher und noch ein gan­zes Stück fle­xi­bler ist hier­für das Art-Direction-Plugin. Es ermög­licht, die kom­plette Anpas­sung des gesam­ten Styles der Site. Nicht nur des jewei­li­gen Arti­kels.
Ich ver­zichte daher auf die Ver­wen­dung von Custom Fields und bin damit etwas fle­xi­bler. Aber bekannt­lich füh­ren viele Wege nach Rom und ich benutze halt diesen.

Uuund…Action!

Ich habe das neue Thema so umge­setzt, dass ich beim gesam­ten Inhalt zwi­schen Hea­der und Foo­ter Regie füh­ren kann.
Als Fall­back gibt es ein Stan­dard­lay­out, was für ältere Bei­träge (die ich nicht im Ein­zel­nen umge­stal­ten werde) funk­tio­nie­ren soll oder falls ich etwas blogge, für das mir nur wenig Zeit und Muse für ein ent­spre­chen­des Lay­out bleibt.

Grid-Layout

Was die Gestal­tung der Seite angeht, ist außer­dem grid­ba­sier­tes Arbei­ten sehr hilf­reich und macht das ganze optisch ausgewogener.

Ich ver­wende dazu das 960 Grid Sys­tem, wel­ches als Frame­work sehr ein­fach und kom­pakt hand­hab­bar ist und zugleich das Grund­lay­out nicht bestimmt. Man kann 960gs belie­big inner­halb des eige­nen Lay­outs ein­set­zen und kann aber auch dar­auf ver­zich­ten, wenn man anders vor­ge­hen möchte.

HTML5 und CSS3

Des­wei­te­ren ver­wende ich ver­stärkt und immer mehr die Mög­lich­kei­ten von HTML5 und CSS3. Dies hat jedoch zur Folge, dass bis­her nur wenige Brow­ser fähig sind alles kor­rekt dar­zu­stel­len. Dies geht vor allem an alle IE-Nutzer: Ihr müsst lei­der drau­ßen blei­ben. Zumin­dest wird Euch eine Mel­dung dezent dar­auf hin­wei­sen, bes­ser einen guten Brow­ser zu verwenden.

Ich sehe das mitt­ler­weile ähnlich wie Mar­cel. Es ist MEIN Blog und ich muss mich damit wohl­füh­len. Natür­lich möchte ich, dass andere diese Sei­ten eben­falls gut fin­den und auch etwas von dem Design der ein­zel­nen Bei­träge haben. Doch ich habe ehr­lich gesagt keine Lust mehr mich von den unter­schied­li­chen Brow­sern dik­tie­ren zu las­sen.
Ich pro­biere aus, was mög­lich ist. Möchte wie­der Spaß am expe­ri­men­tie­ren und an den moder­nen Webdesign-Möglichkeiten haben.
Dafür bin ich hier der Regisseur.

Genug von mir. Lasst mich etwas von den Pro­fis auf dem Gebiet zeigen.

Ein paar Beispiele

Jason Santa Maria

Jason Santa Maria

Jason Santa Maria gilt als der Urva­ter des Art Direc­ted Blog­ging. Die Web­site zeigt durch und durch den Profi. Schade, dass nur sehr sel­ten etwas neues kommt.

Gre­gory Wood

Gregory Wood

Bei Wood sieht man Art Direc­tion pur. Jeder Ein­trag sieht anders aus und neigt mehr zu Printdesign.

Dus­tin Curtis

Dustin Curtis

Auch bei Dus­tin Cur­tis ist der Bezug zum Print­de­sign sehr nahe­lie­gend. Mir gefällt beson­ders, wie Cur­tis mit unter­schied­li­cher Typo arbeitet.

David Des­an­dro

David Desandro

Des­an­d­ros Art Direc­tion wirkt laut und schrill. Jedes Artikel-Layout hat schon fast etwas mit Kunst zu tun und sind alle sehr individuell.

Tho­mas Hooper

Thomas Hooper

Hooper hat Art Direc­tion wohl auch erst kürz­lich für sich ent­deckt. Bin gespannt, was von ihm noch so kommt.

Mar­cel Wichmann

Marcel Wichmann

Last, but not least, möchte ich auch Mar­cel Wich­mann nicht ver­ges­sen zu erwäh­nen, der mich quasi erst auf den Pfad gebracht hat.

Fazit

Alles in allem kommt mir diese neue Vari­ante des Blog­gens in zwei­er­lei Hin­sicht ent­ge­gen. Ich bin nicht der Powerblog­ger, der täg­lich ein oder meh­rere Bei­träge pos­ten kann und will (obwohl sich die Blog­fre­quenz deut­lich stei­gern soll zu den Vor­mo­na­ten) und ich neige dazu, häu­fi­ger das Bloglay­out zu wech­seln.
Letz­te­res fällt mir jedoch immer beson­ders schwer, da ich einen hohen Anspruch an das Design habe und meist zu wenig Zeit.
Daher ist das Art Direc­ted Blog­ging eine opti­male Alter­na­tive. Und ich kann hier end­lich auch mit unter­schied­li­chen Lay­outs spie­len.
Ich hoffe, Euch wird es auch gefal­len und ich freue mich dar­auf neue Designs zu gestal­ten. Und vor allem: auf Euer Feedback.